
Die meisten von uns kennen diese Situation nur zu gut:
Wir betreten eine Bäckerei, ein Schuhgeschäft oder einen anderen Laden, und jemand kommt auf uns zu und fragt freundlich: „Was kann ich für Sie tun?“
Unsere Reaktion darauf kann ganz unterschiedlich sein. Manchmal sind wir dankbar für diese Frage, besonders dann, wenn wir eine ungefähre Vorstellung haben, aber noch unsicher sind, was wirklich passt oder was wir eigentlich brauchen. In solchen Momenten erleben wir, wie angenehm es sein kann, bedient zu werden.
Und manchmal möchten wir einfach nur schauen, uns orientieren, ein wenig stöbern, ohne beraten zu werden, dann sagen wir höflich: „Danke, ich schaue nur.“
Eine ganz ähnliche Frage begegnet uns in der Bibel. Jesus stellt sie einem Mann, der am Rand des Weges sitzt. Blind. Bettelnd. Übersehen von vielen. Als Jesus stehen bleibt, wendet er sich ihm zu und fragt: „Was soll ich für dich tun?“ (Lukas 18,41)
Es ist eine erstaunliche Frage. Jesus sieht die Not dieses Mannes, er kennt seine Situation und trotzdem fragt er. Nicht, weil er keine Ahnung hätte, sondern weil er Beziehung sucht. Weil er den Menschen nicht übergeht, sondern ihn selbst zu Wort kommen lässt.
Der Blinde antwortet klar und ohne Umwege: „Herr, dass ich sehen kann.“
Und genau darin liegt eine Einladung auch an uns. Diese Frage gilt nicht nur für den blinden Bartimäus, sondern jedem von uns – nicht, weil Jesus unsere Herzen nicht kennt, sondern weil er möchte, dass wir lernen, ihm zu vertrauen und ihm zu sagen, was uns wirklich bewegt.
Vielleicht tragen wir Dinge mit uns herum, die wir Gott nie wirklich aussprechen. Vielleicht haben wir gelernt, stark zu sein, alles selbst zu tragen und niemandem zur Last zu fallen – nicht einmal Gott.
Doch Jesus bleibt stehen. Er hört den Ruf eines Einzelnen, selbst wenn um ihn herum eine große Menge ist.
Bartimäus erlebt, dass Menschen versuchen, ihn zum Schweigen zu bringen. Bei uns sind es vielleicht keine Menschen, sondern Umstände: der Alltag, der Druck, die Aufgaben, der Lärm, die ständige Unruhe, die uns kaum Raum für Gebet und Stille lassen. Doch diese Geschichte macht Mut, nicht aufzugeben und nicht leiser zu werden, wenn es um die Begegnung mit Jesus geht.
Jesus hört den Ruf. Er lässt Bartimäus zu sich führen. Und er zeigt damit: Ich nehme mir Zeit für dich.Bartimäus bekommt neues Leben. Seine Begegnung mit Jesus bleibt nicht folgenlos: Er sieht – und er ehrt Gott. Das alte Dasein bleibt zurück, neue Perspektiven öffnen sich, ein neuer Lebensabschnitt beginnt.
Jesus stellt diese eine entscheidende Frage: „Was soll ich für dich tun?“
Vielleicht ist es eine Frage,die wir mit in diese Woche nehmen dürfen – hinein in unseren Alltag, in unser Gebet. Und gib Jesus deine ehrliche Antwort.
Wenn du mehr erfahren möchtest, dann schau dir gerne unsere Sonntagspredigt vom 25. Januar 2026 an.
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