Liebe Freunde und Zuhörer der Radiosendung »Botschaft des Heils«,

seit über zehn Jahren betreut unser Radioteam die Zuhörer unserer 15-minütigen Sendung im europäischen und deutschsprachigen Raum. Hierbei soll nicht unerwähnt bleiben, dass das Programm von unseren Gemeinden in Kanada erstellt, und dann von einer Radiostation in Deutschland ausgestrahlt wird.

Durch die vielen Zuschriften knüpften sich über die Jahre gute Kontakte mit der Hörerschaft. Dabei wurden wir unweigerlich auch auf die Thematik der “QSL – Karten” aufmerksam gemacht. Diese werden vom Herausgeber der Sendung, oder von der Radiostation für eingesandte Radio-Empfangsbestätigungen verschickt. Ende 2007 haben wir uns dazu entschlossen, für jedes Jahr eine neue Serie dieser QSL – Karten herauszugeben.

In diesem Jahr greifen wir mit unseren QSL Karten ein Gleichnis auf, das Jesus seinerzeit an seine Zuhörer gerichtet hat: das Gleichnis vom Sämann und dem ‚vierfachen’ Acker. Für uns ist es ein verblassendes Bild, da die Sämänner heute mit riesigen Traktoren auftreten und ihre Saat zentimetergenau in einen perfekt vorbereiteten Ackerboden einbringen. Und dieser Same bringt in der Regel vielfältige Frucht.
Und doch ging es Jesus ja um etwas ganz anderes. Er fragte seine Zuhörer damit indirekt: „Was macht ihr mit den Worten, die ich euch sage? Wie geht ihr mit dem Evangelium, der Guten Botschaft um?“ Und genau dieser Frage wollen wir uns auch stellen. Was bewirkt Gott durch sein Wort in unserem Leben? Verändert es uns? Und wenn nicht, was hindert es daran? Wir laden dich herzlich ein, uns bei der Betrachtung des Gleichnisses durch das Jahr zu begleiten.

Abschließend noch eine Anmerkung: Solltest du es einmal nicht schaffen, uns im entsprechenden Quartal einen Empfangsbericht zu schicken, so kannst du die QSL – Karten früherer Quartale und Jahre anfordern.

Wir freuen uns auf Ihre Empfangsberichte!

Ihr Radioteam

Quartal 1/2020 – Alles umsonst. 

Die Bibel ist Gottes offenbarter Wille für uns Menschen. Sie zeigt uns, woher wir Menschen kommen und wohin wir Menschen gehen. Kürzlich sah ich folgendes Plakat: »Wir müssen miteinander reden. —Gott«. Und genau das versucht Gott durch die Bibel zu tun. Er will mit uns reden. Es ist ganz gewiss nicht seine einzige Möglichkeit, jedoch eine sehr direkte. Da gibt es Menschen, die für dieses Reden offen sind. Sie begegnen ihm vorbehaltlos, jedoch nicht naiv. Sie prüfen das Gelesene, jedoch nicht blauäugig. Sie schlussfolgern und merken oft, dass das Wort – Gottes Wort, ein besonderes ist. Ein veränderndes.
Unsere QSL Q1 handelt jedoch von Menschen, die das Wort ebenfalls hören – womöglich lesen sie es auch selbst, doch lassen sie sich nicht darauf ein. Für viele von ihnen ist die Bibel ein altes Märchenbuch. Und das wird es für sie wohl auch immer bleiben, denn Jesus sagt, dass „der Böse“ kommt und raubt, was ins Herz dieser Menschen gesät worden ist. Wer nicht bereit ist, sich diesem Wort zu öffnen, ihm Glauben zu schenken, wird dazu nicht gezwungen. Am Ende stellt sich dann jedoch heraus: Es war alles umsonst. Ich wünsche mir, dass wir zu den Menschen gehören, die bereit sind, mit Gott zu reden. 

Quartal 2/2020 – Zu früh gefreut.

Unsere QSL/Q2 stellt uns die zweite Gruppe von Menschen aus dem von Jesus erzählten Gleichnis vor. Es sind Menschen, die das Wort hören und es tatsächlich sofort annehmen. Jesus weist hier darauf hin, dass das nicht irgendwie passiert, sondern die Menschen freuen sich darüber! Wie vielen ist es nicht schon genau so ergangen? Sie stecken in einer schwierigen Situation fest, trauern womöglich um liebe Angehörige oder gehen in ihren Sorgen des Alltags unter. Und dann begegnet ihnen das Wort ganz unerwartet wie ein Lichtstrahl: da ist die Predigt des Pastors, die Trost spendet, die Andacht im Radio auf dem Weg zur Arbeit, die neuen Mut macht, oder vielleicht greift man sogar selbst zur Bibel und findet darin Hilfe. Das, was man hört, spricht einen an. Es macht Sinn und man  fängt offenbar an, daran zu glauben; denn es heißt ja, dass der Same bald aufging und somit eine Pflanze heranwächst.
Doch dann wendet sich das Blatt. Die hochstehende Sonne sorgt dafür, dass die Pflanze, die keine kräftigen Wurzeln ausgebildet hat, in der Sonne vertrocknet. Sieh dir das Bild auf der QSL Karte an und du weiß, was gemeint ist. Jesus vergleicht dieses Bild mit einem unbeständigen Menschen. Zwar hat er das Wort angenommen, hat angefangen daran zu glauben, jedoch ist er darin noch nicht sattelfest. Er hätte sich intensiver damit auseinandersetzten sollen – aber dafür bleibt oft keine Zeit, denn da ist unser Umfeld, das uns manchmal daran hindert: »Was? Du glaubst an die Bibel? Bist du noch ganz bei Trost?« Man lässt sich verunsichern, schämt sich vielleicht sogar dafür und gibt das, was man so freudig angenommen hat, einfach wieder her. Und so wird ein ‚Zu früh gefreut’ zu einer bitteren Wahrheit.

Quartal 3/2020 – Am Ende wertlos.

Wie viel Wert hat ein Heidelbeerbusch, der keine Heidelbeeren trägt? Ist er wertlos? Ja, er ist wertlos weil er fruchtlos ist! Eigentlich schade um die Mühe, die man mit ihm hatte. Gepflanzt, gegossen, gedüngt, gehofft. Und trotzdem keine Frucht. Und jedem ist klar: Für die Fruchtlosigkeit muss es Gründe geben, denn unter normalen Umständen hätte es eine Ernte geben müssen. 

Unsere QSL-Q3 spricht wieder von Menschen, die das Wort hören. Das heißt bildlich gesprochen, dass der Same in die Erde eingebracht wird, er keimt und schließlich wächst eine Pflanze heran. Doch Jesus sagt: Sie bleibt ohne Frucht. Woran liegt das? Die Ursache sind die Disteln, die da offenbar auch aufwachsen. Sie rauben der Pflanze so viel Kraft und Nährstoffe, dass sie am Ende ohne Frucht eingeht – ‚erstickt’ wird.

Jesus überträgt dieses Bild auf uns Menschen. Er spricht von denen, die dem Wort Gottes zunächst Glauben schenken. Sie machen einen guten Anfang, die Bibel – als Gottes offenbartes Wort – bedeutet ihnen etwas. Da wächst eine junge, zarte Pflanze heran. Doch dann kommen die Sorgen des Alltags. Können nicht gerade wir, in unserer Wohlstandsgesellschaft, oft ein Lied davon singen? Das schöne Haus, das tolle Auto, der unvergessliche Urlaub an den Traumstränden dieser Welt. Und da, der nächste Schritt auf der Karriereleiter ist zum Greifen nah. Ist das nicht alles toll? Nur ein bisschen Luxus. Aber niemandem von uns fällt das in die Hände. Dafür müssen wir etwas tun, und wir sind oft bereit, alles dafür zu geben. Gott? Mein Glaube? Das muss ein wenig warten. Aber wenn ich es geschafft habe, dann… Jedoch: Schaffen werden wir es in der Regel nie. Und leider merken wir oft erst viel zu spät, dass unser Glaubenspflänzchen nach und nach verkümmert. Fruchtlos. Und am Ende wertlos.